– MEINE GESCHICHTE –

Meine Geschichte ist einfach. Kompliziert ist nur, wie ich über sie denke. Von klein auf hatte ich schon immer dieses brennende Gefühl in mir, auf diesem Planeten irgendetwas zu verändern. Was genau, habe ich bis jetzt noch nicht herausgefunden und vielleicht werde ich das auch nie. Zu akzeptieren, dass ich nicht alles im Leben planen und kontrollieren kann, war für mich wohl die schwierigste Lektion. Mir hat es nie an etwas gefehlt, in der Schule habe ich meine Leistung erbracht, von meiner Familie wurde ich stets unterstützt und eine Außenseiterin war ich auch nie.  Es war dieser ständige Kampf um Anerkennung, der mich irgendwann an den Abgrund getrieben hat. Vor lauter Verbissenheit an meinen Zielen festzuhalten, merkte ich gar nicht, dass ich bereits abgestürzt bin. Doch mit Steinen im Rucksack stürzt man tiefer. Ich musste also alles loslassen, woran ich bisher geglaubt habe. Ich hinterließ nicht viel außer Unverständnis und jeder Menge Fragezeichen. Nicht zu wissen, wo und ob ich lande, hat mir eine Höllenangst eingejagt. Ich wollte wieder Boden unter den Füßen spüren. Die Landung hätte etwas sanfter sein können, aber genau diesen Aufprall habe ich gebraucht, um aufzuwachen. Ich habe bei Null begonnen. Ohne alte Glaubenssätze, ohne Lehrbücher und all die gut gemeinten Ratschläge, die nichts mit dem zu tun hatten, woran ich heute glaube. Genau an diesem Punkt bin ich wieder mit dem Schreiben in Berührung gekommen. 

Ich hatte es aufgegeben, da ich durch mein Kommunikationsstudium verlernt habe, aus dem Herzen zu schreiben. Durch all meine Jobs im Marketing und einem kurzen Besuch in der Bloggerwelt habe ich mir eine Sprache angeeignet, die nicht meine war. Vielmehr war sie ein Mittel zum Zweck und hatte zum Ziel, Verkaufszahlen zu steigern. Es hat sich angefühlt, als hätte ich mit jedem geschriebenen Wort ein Stück von mir selbst verloren. Bis mir irgendwann keine Worte mehr einfielen.

Doch genau an diesem Punkt in meinem Leben, als ich nicht mehr wusste, wo vorne oder hinten ist, wer ich bin oder überhaupt sein will und von Dingen und Menschen Abschied genommen habe, die mir einst sehr viel bedeuteten, kehrten sie zurück die Worte. Sie kehrten mit einer Kraft zurück, sodass ich gar nichts anderes tun konnte, als sie niederzuschreiben. Durch das Schreiben ist mein Glaube zurückgekehrt. Ein Glaube, der nichts mit Religion zu tun hat, mich aber antreibt, etwas auf diesem Planeten hier zu verändern.